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Vakuumglas

Dämmung wie Dreifachglas, dünn wie Einfachglas

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Vakuumglas – auch Vakuum-Isolierverglasung (VIG) genannt – ist eine Hochleistungsverglasung, die so gut dämmt wie modernes Dreifachglas, dabei aber nur rund 6 bis 10 Millimeter dünn ist. Zwischen zwei Glasscheiben liegt ein luftleerer Vakuumraum, der den Wärmeverlust fast vollständig stoppt. Dadurch eignet sich Vakuumglas ideal, um alte Fenster energetisch aufzurüsten, ohne Rahmen oder Optik zu verändern.

Steigende Energiekosten und strengere Effizienzvorgaben machen die Modernisierung von Fenstern wichtiger denn je. Doch klassisches Dreifachglas ist oft zu dick und zu schwer für bestehende Rahmen – besonders im Altbau und bei denkmalgeschützten Gebäuden. Genau hier spielt Vakuumglas seine Stärken aus. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, wie die Technologie funktioniert, welche U-Werte realistisch sind, was sie kostet, wo ihre Grenzen liegen und für welche Projekte sie sich wirklich lohnt.

Vaguumglas

Was ist Vakuumglas?

Vakuumglas ist eine Verglasung aus zwei Glasscheiben, zwischen denen die Luft vollständig abgesaugt wurde. Der entstehende Hohlraum ist mit nur etwa 0,1 bis 0,3 Millimetern extrem schmal – und nahezu luftleer. Das Funktionsprinzip ähnelt einer Thermoskanne: Wo keine Luft ist, kann auch keine Wärme durch Luftbewegung (Konvektion) verloren gehen. Genau diese Konvektion ist bei herkömmlichem Isolierglas der Hauptweg des Wärmeverlusts. Indem das Vakuum sie ausschaltet, erreicht Vakuumglas eine Spitzendämmung bei minimaler Bauteildicke.

Damit die beiden Scheiben durch den Luftdruck nicht zusammengepresst werden, sitzen zwischen ihnen winzige, kaum sichtbare Abstandhalter – sogenannte Mikro-Pillars. Sie sind nur einen Bruchteil eines Millimeters groß und bei normalem Betrachtungsabstand kaum wahrnehmbar. Eine der Scheiben trägt zusätzlich eine hauchdünne, wärmereflektierende Beschichtung (Low-E), die die Wärmestrahlung zurück in den Raum wirft. Das Zusammenspiel aus Vakuum und Beschichtung sorgt für die außergewöhnlich niedrigen U-Werte.

Wie ist Vakuumglas aufgebaut?

Der Aufbau ist trotz der hohen Leistung erstaunlich schlank. Ein typisches Vakuumglas besteht aus:

  • Außenscheibe – oft mit Low-E-Beschichtung zur Reduktion der Wärmestrahlung.

  • Vakuumraum – etwa 0,1–0,3 mm, luftleer, dauerhaft hermetisch versiegelt.

  • Mikro-Abstandhalter – halten den exakten Scheibenabstand gegen den Atmosphärendruck.

  • Innenscheibe – nach innen gerichtet, je nach Variante als Sicherheits- oder Schallschutzglas ausführbar.

  • Randverbund – versiegelt die Scheiben luftdicht und hält das Vakuum über Jahrzehnte.

Weil der gesamte Aufbau nur rund 6 bis 10 Millimeter misst, wirkt Vakuumglas optisch wie eine einzelne Glasscheibe – und passt in viele bestehende Fensterfalze, in die Dreifachglas niemals hineinpassen würde.

Wie wird Vakuumglas hergestellt?

Die Fertigung von Vakuumglas ist anspruchsvoll und erklärt zugleich den höheren Preis. Zunächst werden zwei zugeschnittene Glasscheiben mit den winzigen Abstandhaltern bestückt und exakt zueinander positioniert. Anschließend wird der Zwischenraum luftleer gepumpt, sodass ein Hochvakuum entsteht. Der entscheidende Schritt ist die hermetische Versiegelung des Randes: Nur ein dauerhaft luftdichter Randverbund hält das Vakuum über Jahrzehnte stabil. Moderne Verfahren verschmelzen den Glasrand so, dass keine sichtbare Evakuierungsöffnung zurückbleibt und die gesamte Glasfläche nutzbar ist. Kleinste Fertigungsfehler würden das Vakuum gefährden – deshalb erfolgt die Produktion unter streng kontrollierten Reinraumbedingungen mit anschließender Qualitätsprüfung jeder einzelnen Einheit.

Vakuumglas vereint Eigenschaften, die sich bei konventionellen Verglasungen gegenseitig ausschließen: höchste Dämmung bei geringster Dicke. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Hervorragende Wärmedämmung: U-Werte auf dem Niveau von Dreifachglas oder besser – je nach Produkt zwischen rund 0,3 und 0,7 W/(m²·K).

  • Extrem schlank: mit 6–10 mm passt es in schmale, historische Profile und bestehende Rahmen.

  • Geringes Gewicht: deutlich leichter als Dreifachglas, was Beschläge und Rahmen schont.

  • Denkmalgerecht: Originalrahmen und Fassadenansicht bleiben erhalten – häufig genehmigungsfähig bei Denkmalbehörden.

  • Mehr Tageslicht: hohe Lichtdurchlässigkeit, oft höher als bei dickem Dreifachglas.

  • Guter Schallschutz: je nach Ausführung sehr gute Dämmwerte gegen Lärm.

  • Langlebig & wartungsfrei: die Dämmleistung lässt über die Jahre nicht nach, da kein Füllgas entweichen kann.

  • Nachhaltig: weniger Materialeinsatz, geringeres Gewicht und lange Lebensdauer verbessern die Ökobilanz.

Vakuumglas

Welche Nachteile und Grenzen gibt es?

Ehrlichkeit gehört zu einer guten Kaufentscheidung. Vakuumglas ist eine Premiumlösung – und hat auch Grenzen:

  • Höherer Preis als 2- oder 3-fach-Isolierglas (mehr dazu weiter unten).

  • Sichtbare Punkte: Die Mikro-Abstandhalter sind theoretisch erkennbar, im Alltag bei normalem Abstand aber kaum.

  • Randverbund als Wärmebrücke: Der schmale Rand leitet etwas mehr Wärme; sorgfältige Einbauplanung (Glaseinstand) ist wichtig.

  • Fachgerechter Einbau nötig: Der Glasfalz und die Profilsituation müssen vorab geprüft werden – ein einfacher 1:1-Tausch ist nicht immer sinnvoll.

  • Förderung an Bedingungen geknüpft: Maßgeblich ist der Uw-Wert des gesamten Fensters, nicht der Glaswert allein.

Vakuumglas U-Wert: die technischen Daten im Überblick

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) beschreibt, wie viel Wärme durch das Glas verloren geht – je niedriger, desto besser die Dämmung. Vakuumglas erreicht hier Werte, die früher nur mit massiv dickeren Konstruktionen möglich waren.

Der Ug-Wert der Wärmedämmung liegt bei Vakuumglas typischerweise zwischen etwa 0,3 und 0,7 W/(m²·K). Damit bewegt sich die Technologie auf dem Niveau moderner Dreifachverglasungen oder sogar darüber. Die Gesamtdicke beträgt meist lediglich 6 bis 10 Millimeter. Gleichzeitig ist das Gewicht deutlich geringer als bei Dreifachglas. Je nach Ausführung werden sehr gute Schalldämmwerte von über 40 dB erreicht. Auch die Lichttransmission fällt hoch aus und liegt häufig über der von herkömmlichem Dreifachglas. Die Lebensdauer beträgt mehrere Jahrzehnte, wobei das Glas wartungsfrei bleibt und keine Dämmleistung durch entweichende Gasfüllungen verliert. Die konkreten Werte hängen vom jeweiligen Produkt, der Beschichtung und dem Aufbau ab.

Vakuumglas vs. Dreifach- und Isolierglas

Der direkte Vergleich macht den Unterschied deutlich. Während Dreifachglas seine Dämmleistung über mehrere Scheiben und Gasfüllungen erreicht – und damit dick und schwer wird – schafft Vakuumglas Ähnliches auf einem Bruchteil der Bautiefe.

Einfachglas besitzt eine typische Dicke von etwa 4 Millimetern und erreicht einen Ug-Wert von rund 5,8 W/(m²·K). Einen nennenswerten Wärmeschutz bietet diese Verglasung nicht.

Zweifach-Isolierglas weist üblicherweise eine Dicke von etwa 24 Millimetern auf. Der Ug-Wert liegt je nach Ausführung zwischen 1,0 und 1,3 W/(m²·K). Es stellt heute den Standard vieler Fenster dar.

Dreifach-Isolierglas erreicht mit einer Dicke von etwa 36 bis 44 Millimetern Ug-Werte zwischen 0,5 und 0,7 W/(m²·K). Die Wärmedämmung ist sehr gut, allerdings gehen damit deutlich mehr Gewicht und eine größere Bautiefe einher.

Vakuumglas erreicht bereits mit einer Dicke von lediglich 6 bis 10 Millimetern Ug-Werte zwischen etwa 0,3 und 0,7 W/(m²·K). Dadurch entsteht eine Top-Dämmung in einer Konstruktion, die optisch und konstruktiv eher an Einfachglas erinnert als an moderne Mehrfachverglasungen.

Für welche Projekte eignet sich Vakuumglas?

Vakuumglas ist überall dort die technisch beste Lösung, wo gedämmt werden soll, ohne dicke moderne Verglasung einzubauen.

Hier ist Vakuumglas oft die einzige Möglichkeit, Energieeffizienz und originale Optik zu vereinen. Die historischen Rahmen bleiben erhalten, die Fassadenansicht verändert sich nicht – ein entscheidender Punkt für die Genehmigung durch Denkmalbehörden.

Alte Kastenfenster und schmale Holz- oder Stahlrahmen besitzen oft nur schmale Falze, in die Dreifachglas nicht passt. Dank der geringen Dicke lässt sich Vakuumglas hier direkt einsetzen – ohne aufwendigen Rahmenumbau und mit kürzerer Bauzeit.

Auch im Neubau ermöglicht Vakuumglas filigrane Profile und große Glasflächen bei hoher Energieeffizienz – attraktiv für anspruchsvolles, minimalistisches Design auf KfW- oder Passivhaus-Niveau.

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Was kostet Vakuumglas?

Vakuumglas ist ein Premiumprodukt und liegt preislich über klassischem Isolierglas. Als grober Richtwert sind für das reine Glas etwa 285 bis 400 Euro pro Quadratmeter einzuplanen (netto, ohne Transport und Montage). Der Endpreis hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Größe und Form der Scheiben (Sonderformen kosten mehr)

  • Gewählte Variante, beispielsweise Sicherheits-, Schallschutz- oder Antikglas-Ausführung

  • Beschichtung und gewünschter U-Wert

  • Einbausituation und Aufwand vor Ort.

Wichtig ist die Gesamtbetrachtung statt des reinen Quadratmeterpreises: Vakuumglas spart häufig den Austausch ganzer Fenster, erhält wertvolle Originalrahmen, senkt dauerhaft die Heizkosten und steigert den Wert der Immobilie. Über die Lebensdauer betrachtet relativiert sich der höhere Anschaffungspreis deutlich.

Ist Vakuumglas förderfähig? (Stand 2026)

a, der Einbau von Vakuumglas kann staatlich gefördert werden – sofern die technischen Anforderungen erfüllt sind. Zuständig ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM), die das BAFA für die Gebäudehülle (also auch Fenster) abwickelt. Der Zuschuss beträgt 15 % der förderfähigen Kosten, mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) 20 %. Förderfähig sind bis zu 30.000 € pro Wohneinheit und Jahr (mit iSFP 60.000 €). Alternativ ist ein Steuerbonus von 20 % über drei Jahre nach § 35c EStG möglich.

Entscheidend ist nicht der reine Glaswert (Ug), sondern der Uw-Wert des gesamten Fensters inklusive Rahmen. Welche Grenze gilt, hängt von der Einbausituation ab.

Beim kompletten Fenstertausch gilt ein maximaler Uw-Wert von 0,95 W/(m²·K). Dieser Wert kann mit entsprechend abgestimmten Vakuumglas- oder Hybridlösungen erreicht werden.

Beim reinen Verglasungstausch oder bei der energetischen Ertüchtigung von Kastenfenstern liegt die Fördergrenze bei einem Uw-Wert von 1,3 W/(m²·K). Dieser Wert wird von Vakuumglas meist problemlos erreicht.

Für erhaltenswerte Wohngebäude gilt ein maximaler Uw-Wert von 1,4 W/(m²·K). Auch dieser Wert wird in der Regel erfüllt.

Bei Baudenkmälern mit glasteilenden Sprossen liegt die Fördergrenze sogar bei 1,6 W/(m²·K), sodass Vakuumglas gerade im Denkmalbereich häufig förderfähig ist.

Das ist eine gute Nachricht für den typischen Einsatzbereich: Gerade bei Denkmal, Altbau und reinem Scheibentausch gelten gelockerte Grenzwerte, sodass Vakuumglas dort in der Regel förderfähig ist. Wichtig sind zwei formale Punkte: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden, und ein zertifizierter Energieeffizienz-Experte (dena-Liste) muss die Maßnahme begleiten und den Uw-Wert nachweisen.

Stand 2026, allgemeine Angaben ohne Gewähr. Förderprogramme und Grenzwerte ändern sich – vor der Bestellung immer die tagesaktuellen BAFA-/BEG-Bedingungen prüfen und projektbezogen vom Energieberater bestätigen lassen.

Worauf sollte man beim Kauf von Vakuumglas achten?

Geprüfte Werte: Auf unabhängig getestete U-Werte (z. B. nach EN 674) und nachvollziehbare Datenblätter achten.

Sicherheitsanforderungen: Bei bodennahen oder absturzsichernden Verglasungen ist eine Sicherheitsausführung nötig.

Garantie und Lebensdauer: Seriöse Hersteller geben mehrjährige Garantien auf den Erhalt des Vakuums.

Fachgerechter Einbau: Der Glasfalz und der Glaseinstand müssen passen – ein erfahrener Fensterbauer prüft das vorab.

Gesamtberatung: Nicht nur das Glas, sondern Rahmen, Einbau und Förderung sollten gemeinsam betrachtet werden.

Ist Vakuumglas bruchsicher?

Standardmäßig ist Vakuumglas nicht automatisch ein Sicherheitsglas. Für bodennahe oder absturzsichernde Einbausituationen gibt es jedoch laminierte Ausführungen, bei denen im Bruchfall keine scharfkantigen Splitter entstehen. Welche Sicherheitsklasse erforderlich ist, hängt vom Einbauort ab und sollte mit dem Fachbetrieb geklärt werden.

Eignet sich Vakuumglas auch für Dachfenster und Schrägen?

Ja. Durch das geringe Gewicht und die schlanke Bauweise lässt sich Vakuumglas auch in Schrägverglasungen und für Dachfenster einsetzen, sofern die statischen und konstruktiven Anforderungen beachtet werden. Gerade bei der Sanierung bestehender Dachflächen ist das ein Vorteil, weil keine schweren, dicken Glaspakete getragen werden müssen.

Wann sich Vakuumglas lohnt

Vakuumglas ist die richtige Wahl, wenn höchste Wärmedämmung auf minimaler Bautiefe gefragt ist – und genau das ist im Altbau, bei Kastenfenstern und im Denkmalschutz fast immer der Fall. Es verbindet die Dämmleistung moderner Dreifachverglasung mit der filigranen Optik von Einfachglas, erhält Originalrahmen und senkt die Heizkosten dauerhaft. Der höhere Anschaffungspreis relativiert sich über die lange, wartungsfreie Lebensdauer. Wer Energieeffizienz, Wohnkomfort und Optik gleichzeitig erreichen möchte, trifft mit Vakuumglas eine zukunftssichere Entscheidung – am besten nach einer fachkundigen Beratung mit Prüfung der konkreten Einbausituation und der aktuellen Fördermöglichkeiten.

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